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Arbeitsvertrag und Co – Was kann der Vermieter vom Mieter verlangen?

Wenn Sie einen neuen Mieter für Ihre Immobilien auswählen, möchten Sie natürlich sicher sein, dass dieser verlässlich ist, die Miete rechtzeitig zahlt und ordentlich mit dem Wohnraum umgeht. Aber welche Dokumente dürfen Sie von Ihrem Mieter verlangen, um diese Eigenschaften bestmöglich überprüfen zu können?

Wenn Sie einen neuen Mieter für Ihre Immobilien auswählen, möchten Sie natürlich sicher sein, dass dieser verlässlich ist, die Miete rechtzeitig zahlt und ordentlich mit dem Wohnraum umgeht. Aber welche Dokumente dürfen Sie von Ihrem Mieter verlangen, um diese Eigenschaften bestmöglich überprüfen zu können?

Welche Fragen sind erlaubt?

Viele Vermieter geben gleich in Ihrer Wohnungsanzeige mit an, dass Sie lediglich Bewerbungen von Interessenten mit festem Arbeitsvertrag berücksichtigen. Grundsätzlich müssen die potenziellen Mieter dem Vermieter solche Angaben machen, die zum Abschluss des Mietverhältnisses relevant sind. Dazu zählt etwa ein Nachweis über die finanziellen Verhältnisse oder auch die Anzahl der Personen, die in die Immobilie einziehen sollen. Diese Angaben müssen die Wohnungssuchenden jedoch nicht bei der ersten Besichtigung offenlegen, sondern erst, wenn sie ein ernsthaftes Interesse zeigen, die Immobilie tatsächlich mieten zu wollen. Vor der Besichtigung dürfen Sie lediglich die Kontaktdaten Ihrer Interessenten abfragen.

Erst wenn ein Bewerber nach der Besichtigung ein ernsteres Interesse an Ihrem Mietobjekt zeigt, dürfen Sie tiefergehende Fragen (bspw. zum Einkommen) stellen. Fragen, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss stehen, sind hingegen unzulässig. Dazu zählen etwa Erkundigungen über politische oder religiöse Gesinnungen, einen möglichen Kinderwunsch oder den Musikgeschmack. Der potentielle Mieter muss auf diese Fragen nicht antworten oder die Wahrheit sagen.

Mieterselbstauskunft

Sie können Ihren potenziellen Mieter aber bitten, eine sogenannte Selbstauskunft auszufüllen. In der Selbstauskunft können Angaben zur Beschäftigung abgefragt werden, oder wie viele Personen in die Wohnung einziehen werden. Dabei ist etwa der Arbeitgeber oder das Einkommen relevant, nicht aber die Dauer der Anstellung. Auch eine Frage nach größeren Haustieren ist zulässig. Auch hier ist der Interessent jedoch rechtlich nicht verpflichtet, die Auskunft auszufüllen. Umgekehrt müssen Sie als Vermieter auch keinen Mieter annehmen, der sich weigert, eine solche Auskunft auszufüllen.

Haben Sie sich für einen Mieter entschieden, so dürfen Sie vor Vertragsabschluss einen Nachweis über das Einkommen und eine Bonitätsauskunft anfordern, um die finanzielle Situation des potenziellen Mieters zu überprüfen. Stellen Sie zu einem späteren Zeitpunkt fest, dass ihr Interessent auf berechtigte Fragen nicht wahrheitsgemäß geantwortet hat, so können Sie den Mietvertrag anfechten und ggf. sogar fristlos kündigen. Außerdem ist Ihr Bewerber dazu verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, wenn er sich die Miete nicht leisten kann. Auch wenn Sie sich vor Vertragsabschluss nicht explizit nach den finanziellen Verhältnissen des Mieters erkundigt haben, würde in diesem Fall der Mietvertrag unter falschen Voraussetzungen zustande kommen.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Eine weitere Möglichkeit, um die Zahlungsfähigkeit Ihres Vermieters überprüfen zu können, ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Mit einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann ein Mieter nachweisen, dass er in seinem vorherigen Mietverhältnis seine Miete immer rückstandslos und fristgerecht gezahlt hat, d.h. keine Mietschulden aus dem vergangenen Mietverhältnis hinterlassen hat. Dies ist nicht an eine gesetzlich festgelegte Form gebunden – Vermieter sind aber auch nicht dazu verpflichtet, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen.

Tipps für Vermieter: Natürlich wünschen Sie sich einen zuverlässigen und zahlungskräftigen Mieter. Um diese Eigenschaften zu überprüfen, können Sie die gängigen und zulässigen Unterlagen von Ihren Bewerbern anfordern. Sehen Sie aber von unzulässigen Fragen im Mietvertrag ab, da Ihr Interessent auf diese nicht oder nicht wahrheitsgemäß antworten muss.

Dieser Artikel kann eine Rechtsberatung nicht ersetzen. Diese erhalten Sie bei einem Fachanwalt oder einem Vermieterverein.

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